Duftreisen

Hier schreibt unser Duft- und Geschmacksentwickler, Rolf Pottschmidt, über seine Erkundungen der vielfältigen Duftwelten.

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Apulien 2011

Rolf Pottschmidt (rparoma) on 25.10.2011

„Apulien 2011 war eine Reise wert!“ - Dieser Satz steht normalerweise für sich alleine oder als Fazit unter einem Bericht. Da sich die Eindrücke, Bilder und Erinnerungen einer Duftreise doch etwas anders zusammenfügen, musste ich dies voraus schicken.

Duftreise Apulien Bild 1Denn auch die gemeinsame Reise mit besten Freunden und die positive Urlaubsstimmung schwingen natürlich bei den Gedanken, über die Möglichkeiten Duftkreationen zu formulieren und zu vollenden mit.

Auf der ersten Küstenwanderung beeindruckten mich nicht nur die in der Sonne glitzernden Salzkristalle, sondern auch der Duft von kurzwüchsiger Minze, die sich standhaft gegen die Überdeckung durch die Gesteinsformationen wehrt. Der Minzduft erinnert leicht an die türkische Minzpflanze „Nane“, doch auch
„wintergrün“ schwingt mit. Weiter oben, im Hochland der Küste treffen wir auf den interessant duftenden Thymian. Nicht üppig gewachsen, aber breit verstreut, und weitaus würziger als mir sonst bekannt war. Die abschließende Rast in einer winzigen Bucht führte uns in ein kleines Cafe, und brachte dann ein wunderbares Duft-und Geschmackserlebnis mit sich:

Schon in den Neunzigern habe ich mich mit den Geschmacksprofilen der Maulbeere (Mulberry) beschäftigt, und den Duft als fein und süß eingeordnet.
Im Garten eben dieses Cafe`s stand ein riesiger Baum, prallt gefüllt mit weißen Früchten, die sich auch schon auf dem gesamten Boden des Gartens verteilten. Auf Nachfrage bezeichnete ein älterer Herr die Frucht als „GELSO“, deutete durch eifriges Kauen an, dass die Frucht seht lecker schmeckt. So endete meine zunächst scheue Verkostung in einer fruchtigen Beilage zu meinem Cappuchino.

Die Übersetzung des Namens „GELSO“ war „Maulbeere“, und führte mich zu einer völlig neuen Erkenntnis über diese Frucht. Eine weitere Tagesreise führte uns in die Bucht von Gallipoli. Hier spazierten wir durch Pinien und andere Nadelhölzer, doch die Nase war in der Hauptsache gefüllt vom starken „Maggi“ Duft. Denn die Wege waren gesäumt von Maggikraut, dass deutlich intensiver duftete, als der Liebstöckel im heimischen Kräutergarten. Unterbrochen wurde dieser Dufteindruck nur von den harzigen Noten der Bäume und den grünen Akzenten der Engelstrompeten am Wegesrand.

Die regelmäßigen Besuche der Wochenmärkte haben sich dann nicht mehr als einträgliche Dufterlebnisse gezeigt. Doch immer wieder beeindruckt ist man vom frischen Duft der Orangen, Aprikosen, Pfirsiche die dort feilgeboten werden. Also bleibt mir noch, die beschriebenen Eindrücke zu hoffentlich allseits beliebten Duftkompositionen zusammen zu fügen.

APULIA , italienische Felsenminze umschmeichelt den würzigen Thymian und verschwindet dann in der Frische eines Citronenbouquets.

GELSO BIANCO, reichlich weißer Pfirsich wird sehr deutlich von Ananas und Johannisbeere unterstützt. Abschluß bildet eine intensive Süße der hawaiianischen Vanilleblüte.

Rolf Pottschmidt
Designer für Duft und Geschmack bei WERO GmbH

Mail: rparoma@duft-und-geschmack.de
Twitter: RPAROMA

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